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xmas

10. Türchen – das Erzgebirge

Heute ist schon der 2. Advent …  ich weiß nicht ob Ihr es wisst, aber meine Heimat ist eigentlich das Erzgebirge. Immer in der Weihnachtszeit fehlt es mir sehr. Diese ganze Stimmung habe ich noch nirgendwo so vorgefunden. Natürlich waren es auch andere Zeiten, als ich dort aufgewachsen bin. Das darf man sicher nicht vergessen. Aber ich habe es so schön in Erinnerung, dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar. Es war ziemlich dörflich wo wir wohnten und die alten Sitten und Bräuche waren für mich als Kind wirklich höchst interessant. In der Weihnachtszeit fanden Hutzenabende statt. Dort schnitzten die Männer Figuren aus Holz und die Frauen klöppelten schöne Spitzendeckchen. Ich habe auch geklöppelt, das hat mir meine Oma beigebracht und ich habe tatsächlich ein paar Jahre eine Klöppelschule besucht. Wenn ich das meiner Tochter erzähle… dann verdreht sie die Augen…. Bei diesen Hutzenabenden wurde gesungen, gequasselt und es gab leckeren Christstollen. Ich hab das so schön in Erinnerung, weil alle so zufrieden auf mich wirkten. Ich hatte nicht den Eindruck, dass irgendjemand Stress hatte. Wirklich schön….

Kann sich das in der heutigen Zeit eigentlich noch jemand vorstellen? Dieser Geschenkstress, dieser Lebensmitteleinkauf-Stress oder besser Marathon den die Menschen veranstalten…. manchmal wirklich fürchterlich. Mir geht es wirklich viel besser, seit dem ich mich aus diesem Wahnsinn einfach befreit habe. Ich lerne mehr zu genießen und ohne Hektik zu leben. Jahrelang waren diese kleine Engelchen im Keller in den Weihnachtskisten verstaut. Meine Eltern schenkten uns Kindern an jedem Weihnachten einen Engel. Vielleicht kennt ihr sie von den Weihnachtsmärkten… sie haben einen stolzen Preis aber ich finde sie sind es wert. Es ist ein richtiger Chor zusammen gekommen… oh ich werd nostalgisch…

 

Es ist eine richtig schöne Erinnerung an meine Kindheit und an meine Eltern. Auch wenn wir so viele Kilometer auseinander wohnen, muss ich mit einer Träne im Knopfloch, an meinen Papa und meine Mama denken, wenn ich mir die kleinen Geschöpfe so betrachte…. Klar frage ich mich ob sie bloggertauglich sind… ich hab beschlossen ab jetzt sind sie das!!!!

Diese kleine Spieldose spielt das Lied: „leise rieselt der Schnee“ – nun das hat er am Wochenende tatsächlich getan und das Rheinland mal wieder unter eine stolze Puderzuckerdecke gehüllt. Ein seltenes, aber wirklich schönes Naturschauspiel. So kommt man doch echt mal in Adventsstimmung… ich kann mich an Jahre erinnern, wo wir bei 14 Grad und Sonne auf dem Weihnachtsmarkt den Glühwein doof fanden…. Es passt in diesem Jahr eigentlich alles so herrlich zusammen.

 

Die zweite Kerze brennt für Hoffnung,
für die Kraft und für den Glauben,
für Vernunft und für die Achtung
und für die weißen Friedenstauben.

Natürlich bekomme ich zu jedem 1. Advent von meiner Mama ein Päckchen. Darin ist der köstlichste Stollen aller Zeiten… Natürlich nur vom Bäcker ihres Vertrauens. Früher haben wir selbst gebacken. Wir gingen mit Wäschekörben voller Zutaten in die Backstuben. Diese konnte man in der Vorweihnachtszeit mieten. In den dort vorhandenen riesigen Backmaschinen konnte man Teig für 20 bis 30 Stollen zubereiten. Man hat diese geformt, auf Backbleche verbracht und dann wurden Sie vom Bäcker gebacken. Wenn alles fertig war, wartete Papa mit dem Auto um alles nach Hause zu karren… oder manche zogen einen Handwagen hinter sich her… wie herrlich diese Zeit doch war. Man verschenkte die Stollen dann an die Verwandtschaft und die andere Hälfte futterte die Familie, man selbst oder der Besuch, der früher reichlich kam.

Dafür sollte die Weihnachtszeit da sein, um in der Familie wieder näher zusammen zu rücken, Spiele zu spielen, sich zu unterhalten und etwas gemeinsam zu Essen. Schön wäre es, wenn es das ganze Jahr so wäre…. denn

Wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist, warum ist dann Weihnachten nur an Weihnachten?

(sollte man mal drüber nachdenken…)

Genießt die letzten Stunden des Abends, wir sehen uns morgen wieder, Netti

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