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Mein Leben

Mein neues Leben 3.0 – Teil 1

Heute wird es etwas privater auf meiner Seite. Ich hab lange überlegt, aber ich muss da mal etwas loswerden. Ich habe meinen neuen Blog gestartet und war so voller Energie und Lebensfreude. Sollte es doch einen Ort geben, an dem nur Gutes passiert. An dem ich nur an schöne Dinge denke und diese mit der Welt teile.

Aber zum Leben gehört einfach mehr. Hier mein erster zaghafter Versuch…

Bisher war hier auf meinem Blog alles eher im Verborgenen. Wichtige Details über mein Leben habe ich nicht preisgeben wollen. Nun ich denke jedoch, es ist an der Zeit manche Dinge mal an die Luft zu lassen! Ich bin Ü40 und ich fange gerade wieder an mein Leben neu zu sortieren. Soll heißen, seit bereits über einem Jahr geh ich zusammen mit meiner Tochter Lilli wieder allein durchs Leben. Fast all meine Wünsche und Träume haben sich nicht erfüllt und deshalb musste ich die Reißleine ziehen und den Weg in eine neue Zukunft starten. Ich will nämlich nicht traurig sein – ich will alles und noch viel mehr….

Ich sitze hier und denke über den  Sinn und den Unsinn meiner Zukunft nach. Ich habe ein Blatt Papier beschrieben mit einer Art Tabelle. In die eine Seite schrieb ich die Dinge die ich nicht mehr möchte und in die andere Spalte sollten die Dinge geschrieben werden, die ich ab jetzt wollte. Es stellte sich heraus, dass ich das im Moment gar nicht so richtig zu Papier bringen kann. Nun die Dinge die ich nicht mehr möchte sprudelten nur so aus mir heraus – aber was soll nun so richtig werden, was möchte ich genau und wo soll meine Reise hingehen? Lange hab ich mir den Kopf zerbrochen und nun beschlossen… vielleicht muss ich mich treiben lassen? Was bleibt mir auch übrig.

Natürlich möchte ich nicht ewig allein durchs Leben gehen – meine Tochter hat erfolgreich Ihr Abitur bestanden. Ich darf mich glücklich schätzen, dass Sie mir noch ein paar Jahre in Zeiten von Studium und Ausbildung erhalten bleibt. Jedoch sind die Kids in dem Alter so unverschämt selbstständig – da ärgert man sich doch glatt dort gute Arbeit geleistet zu haben (hihi). Es ist abzusehen, dass ich bald ganz viel Zeit allein mit mir habe. Diese brauche ich bestimmt um mal wieder zu mir zu finden. Als erste Aufgabe steht mir bevor: ich arbeite an meinem Selbstbewusstsein!!!!!!!!! Das hat echt gelitten…  Deshalb traue ich mich jetzt Bilder von mir zu veröffentlichen und mal Klartext zu schreiben. Ich hoffe jedoch immer noch sehr, dass noch einmal ein Mann in mein Leben tritt, mit dem ich meine Zeit teilen kann. Der mich beflügelt, mich glücklich macht und vielleicht ein Stück weit einen gemeinsamen Traum mit mir leben möchte. Ja ich liebe Rosamunde Pilcher, Katie Fjord und wie sie alle heißen. Jeden Sonntag brauche ich meine Dosis Heulerei auf der Couch. Ich nehme auch andere Filme – Hauptsache es geht um die Liebe!!!! Ich glaube an die Liebe und da wird sich auch nichts ändern. Bis dahin arbeite ich an mir….

Die Entscheidung wieder von vorne anzufangen war nicht etwa so von heute auf morgen entstanden. Anfangs dachte ich wirklich den richtigen Menschen gefunden zu haben. Nach meiner gescheiterten Ehe war ich 4 Jahre allein. Ich war endlich bereit mich neu zu verlieben und: was hab ich mich verliebt!!!!! Wie einer Teenager mit der ersten großen Liebe strahlte ich mit der Sonne um die Wette. Ich dachte wirklich uns beide könnte nie etwas trennen. ER war für meine Tochter der beste Ersatzpapa den ich mir hätte wünschen können, anfangs. Und dieses Gefühl hat wirklich lange angehalten. Nun dann haben wir jedoch angefangen, als Patchworkfamilie gemeinsam in die Zukunft zu schauen. Sein Sohn, damals 14, ist zu uns gezogen und von da an kämpfte ich mit einem Teenager, mit dem seine leibliche Mutter nicht mehr klar kam und der in der Schule, wenn er sie denn mal besuchte, mit hochstelligen Noten glänzte. Ich krempelte die Ärmel hoch und tat, was getan werden musste. Wie eine Löwin hab ich unsere kleine neue Familie geformt, gestärkt und geliebt. Natürlich gab es Zeiten, da bin ich abends ins Bett gefallen und hab mich gefragt, was ich da treibe. Nun die Schule hat der Knabe bestanden und auch einen Ausbildungsplatz gefunden. So sollte es sein…

Ich musste aber leider nach der ganzen Zeit feststellen, doch nicht richtig hingeschaut zu haben. Vielleicht hatte ich mir da etwas vorgemacht und wollte so unbedingt etwas haben, wovon ich geträumt habe. Vielleicht war das Patchworken ein Beziehungskiller… aber ich glaub nicht. Die Anzeichen waren zwischendurch schon zu spüren, dass mein neuer Mann wohl doch nicht der Mann für mein Leben ist. Aber ich wollte es lange nicht wahr haben. Leider müssen dann immer Dinge passieren, die weh tun und die unheimlich blöd sind. Dann lernt man und dann öffnet man zwangsläufig die Augen. Ich erspare Euch hier Details. Nach über einem Jahr habe ich beschlossen die Vergangenheit nun endlich los zu lassen, weil ich der Meinung bin für meine neue Zukunft benötige ich beide Hände. (hab ich ausnahmsweise mal bei Facebook etwas Sinnvolles gelesen). Die Realität sieht im Moment noch so aus, dass es an 3 Tagen super funktioniert und dann holt mich wieder Traurigkeit ein. Ein Wunder-Heilmittel wird es wohl nicht geben. Zumindest habe ich im Internet recherchiert und konnte nichts Verwertbares finden. Die Zeit soll alles bestimmt einfacher machen. Nun ich bin Ü40….. Ich habe das Glück, dass ich wirklich von mir behaupten kann eine Kämpferin zu sein. Ich sorge allein für unseren Unterhalt und habe es geschafft, meinem Töchterlein zum bestandenen Abitur ein kleines Auto zu kaufen. Das macht mich so stolz und erfüllt mich wirklich mit riesiger Freude. Die harte Arbeit dafür, hat mich das ganze letzte Jahr überleben lassen. Ich war gut abgelenkt und irgendwie hat sich alles wunderbar gefügt.

Ja mir ging es wirklich gut und ich habe wieder gestrahlt. Viele schöne Dinge haben sich ergeben, an die ich vorher nicht im Traum gedacht hatte. Ich habe uns ein neues, gemütliches Zuhause eingerichtet (allein fast – allein alle Wände gestrichen, allein alle Möbel gekauft, aufgebaut…..), hab alte Freundschaften wieder zum Leben – nein ich möchte sagen zum Strahlen gebracht und ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung, ich war in einem Superurlaub trotz vorheriger finanzieller Aussichtslosigkeit. Man könnte meinen ich habe den Hauptgewinn gezogen – jedoch holt mich im Moment alles furchtbar ein. Vielleicht hab ich mich nicht geschont, vielleicht war für meine Seele alles etwas zuviel und ich habe nichts verarbeitet – mich nur abgelenkt. Vielleicht tut einfach noch mein Herz etwas weh. Ich weiß es leider nicht genau…

Nach dem Abiball meiner Tochter fuhr ich allein im Auto nach Hause. Mir liefen dicke Tränen über das Gesicht. Ich wollte meinen Stolz und meine Freude mit jemanden teilen… keiner war da außer Gott. Ich war unendlich dankbar und sprach voller Demut zu Gott. Ich bedankte mich dafür, dass er trotz aller Umstände ein Auge auf uns hatte. Ich bedankte mich für die Kraft, die er mir täglich gibt und das ich diese meiner Tochter weitergeben konnte. Ich war dankbar für mein Leben! Und danach weinte ich die ganze Nacht lang. Ich ärgerte mich selbst, wie ich nur so unglücklich sein konnte und noch viel mehr ärgerte ich mich über die Kopfschmerzen die Dauerheulen bei mir auslösen. Ich hatte doch eine Zukunft vor mir, die ich mir selbst gestalten kann. Ich kann doch nochmal ganz von vorne starten und mir genau aussuchen was ich nun wollte. WOW – da kann es einem schon einmal unheimlich werden.

Ich habe einen Vollzeit-Bürojob und nebenbei noch einen Minijob. Aber am liebsten würde ich den ganzen Tag bloggen. Manchmal bin ich so müde und möchte morgens einfach nur liegenbleiben. Aber ich muss noch eine Weile durchhalten. Ich übe mich darin, Dinge zu tun, die ich gerne tue. Jeden Tag ein bisschen  mehr. Und vielleicht ändert sich plötzlich alles… Sicherlich kann ich nicht erwarten, dass in so kurzer Zeit alles aus den Fugen gerät und sich alles ändert. Ich mag es im Büro zu arbeiten und der sichere Geldeingang lässt mich abends im Moment noch beruhigt einschlafen. Aber ich weiß, da ist noch etwas. Etwas, was für mich vorgesehen ist. Was ich vor lauter Bäumen im Wald jetzt noch nicht sehen kann. Irgend etwas in mir sagt: da kommt noch was! Das war es noch nicht gewesen.

 

Ich freu mich wenn ihr mich ein Stück auf meinem Weg begleiten würdet. Für heute genug…

lasst uns das Leben rocken….. Eure Annett

 

Tags : Mein Leben

8 Comments

  • Liebe Netti, so schön hast Du das geschrieben und ja, da kommt ganz sicher nochwas! Du kannst so stolz auf Dich sein, über das was Du Dir aufgebaut hast! Das ist super und toll! Und manchmal gehört es wohl dazu, dass man müde und ausgelaugt ist und dann kannst Du Dir jederzeit in Erinnerung rufen, was Du alles geschafft hast. Mach weiter so und bald wird auch die Sonne wieder für Dich scheinen ☀️ LG Mel

  • Liebe Freundin,

    beim lesen hatte ich Gänsehaut und musste ein Tränchen verdrücken….das Leben ist manchmal ein A…. aber irgendwie ist alles für etwas gut…zB das du nach der Trennung weißt was du auch alles alleine schaffen kannst und wenn es nur der Zusammenbau eines Regals ist!!!!

    „Man muss die Vergangenheit loslassen um der Zukunft eine Chance zu geben“….du bist auf dem richtigen Weg und auf diesem wird dir auch dein Mr. Right begegnen!!!

    Du weißt ja wo ich wohne…Taschentücher (natürlich für die Lachtränen ), Kaffee und Kekse sind immer am Start!

    Übrigens: du siehst meeeega aus!

    ❤️

  • Liebe Netti, wow, das musste wohl auch einmal raus – und wahrscheinlich wurde Dir mit dem Niederschreiben schon vieles etwas klarer, heller, besser. Es scheint wirklich aus dem Text, dass Du eine starke Frau bist – obwohl bei Deiner Geschichte vieles schwierig tönt, ist es eben kein Jammern, sondern ein Forwärtsgehen und -schauen.
    Dass man eher weiss, was man nicht will, ist oft so – wie auf Deiner Liste. Ich würde Dir den kleinen Tipp geben, jeden einzelnen dieser „was ich nicht will“ – Punkte anzusehen und nochmals neu positiv zu formulieren. Z.B. anstatt „ich will mich nicht mehr einschränken und bevormunden lassen“ – „ich will völlig frei und eigentständig, nach eigener Meinung, Lust und Laune leben“. Jede positive Sichtweise bringt Dich weiter… (man sagt ja, das Hirn könne negative Wörter bzw. Verneinungen nicht richtig verarbeiten)
    Liebe Grüsse und weiterhin viel Kraft, Freude und Stärke für Deinen Weg, Miuh

    • Liebe Miuh, ich hab mir ein Buch gekauft und da steht genau das drin, was Du eben erwähnst. Sehr lustig… ich beschäftige mich jetzt mal intensiv damit!!! ganz lieben Dank für Deine Worte, ja es musste mal raus. Aber jetzt geht es wieder weiter!!!

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